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Value-Aktien für die kommende Erholung an den Märkten
- von Goran Vasiljevic
- Marktkommentar
Wertorientiertes Investieren zielt grundsätzlich darauf ab, Übertreibungen und Fehlbewertungen auszunutzen. Diese entstehen unter anderem dadurch, dass positive und negative Entwicklungen zu weit in die Zukunft extrapoliert werden. Die Corona-Krise hält uns aktuell sehr deutlich vor Augen, dass es dabei häufig darum geht, die menschlichen Emotionen zu kontrollieren. Unsere Verhaltensweisen sind tendenziell nicht darauf ausgelegt, an der Börse in Krisenzeiten einen kühlen Kopf zu bewahren und trotz extremer Unsicherheiten die kurzfristigen, reflexartigen Reaktionen zu unterdrücken.
In der kurzfristigen, reflexartigen Reaktion des Marktes ist es zumindest auf den ersten Blick verständlich, dass defensive Sektoren, die in der Regel stabilere Geschäftsmodelle haben, den besten Schutz für diese Marktphase bieten. Zyklische Aktien hingegen werden ohne Rücksicht abgestoßen und damit wird ihnen auch implizit jegliche Chance auf Erholung abgesprochen. Langfristig haben natürlich sowohl defensive als auch zyklische Unternehmen eine Daseinsberechtigung – allerdings sollte dabei u.E. die (relative) Bewertung nie außer Acht gelassen werden. Aufgrund der derzeitigen Marktlage und der eingepreisten, extrem negativen Erwartungen fallen heute überproportional viele zyklische Aktien ins Value-Segment. Der im Augenblick deutlich spürbare Kursverfall zyklischer Value-Aktien ist in Marktphasen großer Unsicherheit kein Unikum. In der Angst vor der unkalkulierbar gewordenen Zukunft ist die übliche Reaktion konjunktursensible Positionen aus dem Portfolio zu entfernen. Sie sind offenkundig kurzfristig vom Rückgang der Wirtschaft am meisten betroffen und Anleger erwarten, dass dies für lange Zeit der Fall sein wird. Jedoch beurteilen wir den Wert dieser Unternehmen nicht anhand eines Quartales oder halben Jahres, sondern an den zukünftigen Cash-Flows weit darüber hinaus.