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Das Große „Value Comeback“ I
- von Goran Vasiljevic
- Value Insights
Das letzte Jahrzehnt und insbesondere die ersten sechs Monate des Jahres 2018 waren für Value-Investoren eine grausame Zeit. Der Gewinn des Einen ist des Anderen Verlust – entsprechend ist es keine Überraschung, dass andere Investmentstile, wie beispielsweise Wachstum, zeitweise hervorragende Renditen lieferten. Das jüngste makroökonomische Umfeld, geprägt von niedrigem Wachstum, niedrigen Zinsen, niedrigen Unternehmensinvestitionen und einer expansiven Geldpolitik, war primär für Wachstumsaktien vorteilhaft und hat zu einem erheblichen Gegenwind für Value-Aktien geführt. Dennoch ist nicht anzunehmen, dass Vergangenes sich automatisch umkehrt, vor allem wenn es um Geldanlagen geht. Jedoch glauben wir nicht, dass eine Aktie, ein Sektor, ein Land oder ein Anlagestil konsistent den Markt schlagen kann. Und warum sollte das auch so sein? Die Quelle von Renditen sind die Erwartungen und Ungewissheiten, die in den Marktbewertungen eingepreist sind. Sich auf harte Fakten zu fokussieren und Firmen systematisch zu bewerten (Value-Investing) hat, auf lange Sicht, andere Stile mit Abstand geschlagen. Der erhebliche Gegenwind hat zu immensen Bewertungsvorteilen für Value-Aktien geführt. Sobald er sich zu drehen beginnt, bieten diese ein solides Fundament für zukünftige Überrendite. Nun ist es an der Zeit, dem Prozess, dem Team, und dem empirisch fundiertem Ansatz, diszipliniert zu folgen.
„Investieren ist simpel, aber nicht einfach“ – Warren Buffet, Value Investor
Investieren ist definitiv nicht einfach – aber, letzten Endes, ist es simpel. Fokussieren auf das, was wichtig ist, die Tatsache akzeptieren, dass viele Wege nach Rom führen, und damit leben können, dass man manchmal wie der dümmste, aber manchmal wie der intelligenteste Mensch im Raum wirkt. Gelegentlich passiert dies aus den richtigen Gründen, jedoch kann es sich auch um statistisches Rauschen des Marktes (“Noise”) handeln. Die Frage, die wir uns nun stellen müssen ist: Sollen wir annehmen, dass der Markt genug Wissen und Rationalität besitzt, um ihm zu vertrauen und zu folgen und entsprechend den Valueansatz aufzugeben? Spiegeln hohe Bewertungen, die hohen Erwartungen mit geringer Unsicherheit entsprechen, wirklich die Zukunft der meisten Unternehmen im Markt richtig wider? Jeder Anleger, und damit auch der Markt, ist der Gefahr ausgesetzt, der Versuchung zu erliegen, prozyklisch zu handeln und damit seine Vorgehensweise zum ungünstigsten Zeitpunkt anzupassen. Gerade in Zeiten von Unterrendite ist es wichtig, dass man seinen Überzeugungen weiterhin folgt, sofern sie auf soliden fundamentalen Überlegungen beruhen.